Konferenzraum

Krisenexperte Christian Scherg zum Fall TuiFly

Krisenexperte Scherg zu TuiFlyDie Empörung unter den TuiFly-Mitarbeiter ist groß. So groß, dass mittlerweile die Gewerkschaften Verdi und Cockpit die Piloten und Flugbegleiter dazu aufgerufen, freiwillig zu arbeiten, um den Flugbetrieb von Air Berlin zu stabilisieren. Dort sind allein gestern 60 Flüge des Dienstleisters TuiFly wegen der vielen Krankmeldungen ausgefallen. Die Mitarbeiter von TuiFly werfen ihrem Unternehmen vor, sie nicht rechtzeitig über Umstrukturierungs-Pläne informiert zu haben. TuiFly soll an einen österreichischen Airline-Verbund ausgegliedert werden soll, an dem die Tui dann nur noch ein Viertel der Anteile hält. Bei der Informationspoltik von TuiFly gegenüber seinen Arbeitnehmern sei da wohl einiges schief gelaufen, sagt Krisenkommunikations-Berater Christian Scherg: “Ich denke, dass TuiFly in seiner Krisenkommunikation erhebliche Fehler gemacht hat. Die Tatsache, dass sich so viele Piloten krankgemeldet haben, zeigt, dass TuiFly auf die Situation nicht wirklich vorbereitet war.”

Viele Mitarbeiter hätten erst durch die Medien von den Plänen erfahren, heißt es von der Vereinigung Cockpit. Die Befürchtung unter den Beschäftigten ist groß, dass mit dem Umbau Arbeitsplätze verloren gehen und die Löhne
künftig geringer ausfallen. Dass TuiFly seine Mitarbeiter unzureichend informiert habe, führe zu Gerüchten und Fehlinterpretationen, so Krisenexperte Scherg. Dabei seien solche Fehler durchaus vermeidbar.

“Ich muss schon anfangen eine interne Kommunikationsstrategie zu entwickeln und letztendlich auch eine zu haben, wenn diese Pläne einer Auslagerung wie jetzt hier bei TuiFly auf dem Tisch liegen. Das heißt, hier müssen die entsprechenden Arbeitnehmervertreter auch eingeladen werden mit mir, nach außen, das ist auch ganz wichtig, im Schulterschluss dann auch aufzutreten.”

Auch in den kommenden Tagen ist nach Angaben von TuiFly mit weiteren Flugstreichungen zu rechnen.